Sehr geehrter Herr Hinrichsen, herzlichsten
Dank für Ihren sehr freundlichen Brief.
Die Anregung zu dem Arrangement stammt von
mir. Ich glaube ernstlich, dass ein gutes
Arrangement viel zum Verständnis und da-
mit zur Verbreitung dieses Werkes beitra-
gen kann. Vor allem ist eine Aufführung dann
auch in kleineren Städten möglich und
überall, wo man nicht viel Geld auf ein gro[s] -
ses Orchester und einen grossen Saal auf-
bringen und auf einen Massenbesuch nicht
rechnen kann. Dann aber ist hier eine Auf-
führung möglich, bei welcher mit wesentlich
geringeren Kosten doch unvergleichlich mehr
studiert werden kann und die Klarheit einer
solchen Aufführung nützt natürlich mehr,
als alle diese unklaren Aufführungen mit den
besten und grössten Orchestern, wenn sie
wenig probiert sind, da derlei das Publi-
kum immer nur abschreckt und ärgert und
im Glauben lässt, dass ich einen solchen
Sudel gewollt habe!
Von diesen Gesichtspunkten aus kann ich
die Bearbeitung aufs Wärmste empfehlen
und hoffe auch, dass die Kosten sich be-
zahlt machen werden.
Indem ich Ihre freundlichen Wünsche aufs
herzlichst erwiedere , freue ich mich, Sie
im kommenden Winter in Leipzig zu se-
hen; ich werde nämlich dort den „Pierrot
lunaire
“ aufführen. Ihr ergebenster
Sehr geehrter Herr Hinrichsen, herzlichsten Dank für Ihren sehr freundlichen Brief.
Die Anregung zu dem Arrangement stammt von mir. Ich glaube ernstlich, dass ein gutes Arrangement viel zum Verständnis und damit zur Verbreitung dieses Werkes beitragen kann. Vor allem ist eine Aufführung dann auch in kleineren Städten möglich und überall, wo man nicht viel Geld auf ein gros ses Orchester und einen grossen Saal aufbringen und auf einen Massenbesuch nicht rechnen kann. Dann aber ist hier eine Aufführung möglich, bei welcher mit wesentlich geringeren Kosten doch unvergleichlich mehr studiert werden kann und die Klarheit einer solchen Aufführung nützt natürlich mehr, als alle diese unklaren Aufführungen mit den besten und grössten Orchestern, wenn sie wenig probiert sind, da derlei das Publikum immer nur abschreckt und ärgert und im Glauben lässt, dass ich einen solchen Sudel gewollt habe!
Von diesen Gesichtspunkten aus kann ich die Bearbeitung aufs Wärmste empfehlen und hoffe auch, dass die Kosten sich bezahlt machen werden.
Indem ich Ihre freundlichen Wünsche aufs
herzlichst erwiedere , freue ich mich, Sie
im kommenden Winter in Leipzig zu se
hen; ich werde nämlich dort den „Pierrot
lunaire
“ aufführen. Ihr ergebenster

28. Juli 1924


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an C. F. Peters, 28. Juli 1924, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit C. F. Peters. Hrsg. von Florian Giering. Version 1.0 vom 02.04.2025. URL: https://schoenberg-peters.at/cfp/letters/letter.1070.