Arnold Schönberg an C. F. Peters
20. März 1914
20/3.1914
Sehr geehrter Herr Hinrichsen, Ihre Noblesse
hat mir eine außerordentliche Freude gemacht.
Ich bin wirklich sehr glücklich, daß ich durch meine
Musik nun endlich willigen und theilnehmenden
Freunden Freude machen kann, und ich bin froh,
nun auch Anerkennung zu finden. Und ich
betrachte es als ein glückliches Symbol für
die Wirkung meiner Musik, daß Sie den-
jenigen, denen sie gefällt, das Bedürfnis er-
weckt mir Freude zu machen. Ich fühle mich
so, wie es in dem herrlichen Gedicht Georges
„Entrückung“ (das den IV. Satz meines II. Quartettes
bildet) heißt:
„Ich bin ein Funke nur vom heilgen Feuer,
ich bin ein Dröhnen nur der heiligen Stimme...“
hat mir eine außerordentliche Freude gemacht.
Ich bin wirklich sehr glücklich, daß ich durch meine
Musik nun endlich willigen und theilnehmenden
Freunden Freude machen kann, und ich bin froh,
nun auch Anerkennung zu finden. Und ich
betrachte es als ein glückliches Symbol für
die Wirkung meiner Musik, daß Sie den-
jenigen, denen sie gefällt, das Bedürfnis er-
weckt mir Freude zu machen. Ich fühle mich
so, wie es in dem herrlichen Gedicht Georges
„Entrückung“ (das den IV. Satz meines II. Quartettes
bildet) heißt:
„Ich bin ein Funke nur vom heilgen Feuer,
ich bin ein Dröhnen nur der heiligen Stimme...“
Ich möchte den Menschen, die glauben wollen
gerne erzählen von dem heilgen Feuer und
wenn Sie mich dann durch Freundschaft und
gerne erzählen von dem heilgen Feuer und
wenn Sie mich dann durch Freundschaft und
Teilnahme grüßen, möchte ich es unper-
sönlich nehmen und es der Sache zu-
wenden; möchte ich wünschen, daß man in
mir eine Sache sieht; die Sache, die ich
anstrebe: ein tönender Ausdruck der Menschen-
seele zu sein und Go ihrer Sehnsucht
zu Gott.
In diesem Sinn freue ich mich über Aner-
kennung und Freundschaft, die man mir
schenkt: die gehört der Sache.
kennung und Freundschaft, die man mir
schenkt: die gehört der Sache.
Lassen Sie mich Ihnen nochmals vielmals
danken und den Wunsch äußern: sie mögen
an diesem Werk nun auch bald künstlerische
Freuden erleben.
danken und den Wunsch äußern: sie mögen
an diesem Werk nun auch bald künstlerische
Freuden erleben.
In herzlichster Ergebenheit bin ich mit
größter Hochachtung Ihr Arnold Schönberg
größter Hochachtung Ihr Arnold Schönberg
20/3.1914
Sehr geehrter Herr Hinrichsen, Ihre Noblesse
hat mir eine außerordentliche Freude gemacht.
Ich bin wirklich sehr glücklich, daß ich durch meine
Musik nun endlich willigen und theilnehmenden
Freunden Freude machen kann, und ich bin froh,
nun auch Anerkennung zu finden. Und ich
betrachte es als ein glückliches Symbol für
die Wirkung meiner Musik, daß Sie denjenigen, denen sie gefällt, das Bedürfnis erweckt mir Freude zu machen. Ich fühle mich
so, wie es in dem herrlichen Gedicht Georges
„Entrückung“ (das den IV. Satz meines II. Quartettes
bildet) heißt:
„Ich bin ein Funke nur vom heilgen Feuer,
ich bin ein Dröhnen nur der heiligen Stimme...“
Ich möchte den Menschen, die glauben wollen
gerne erzählen von dem heilgen Feuer und
wenn Sie mich dann durch Freundschaft und
Teilnahme grüßen, möchte ich es unpersönlich nehmen und es der Sache zuwenden; möchte ich wünschen, daß man in
mir eine Sache sieht; die Sache, die ich
anstrebe: ein tönender Ausdruck der Menschenseele zu sein und ihrer Sehnsucht
zu Gott.
In diesem Sinn freue ich mich über Anerkennung und Freundschaft, die man mir
schenkt: die gehört der Sache.
Lassen Sie mich Ihnen nochmals vielmals
danken und den Wunsch äußern: sie mögen
an diesem Werk nun auch bald künstlerische
Freuden erleben.
In herzlichster Ergebenheit bin ich mit
größter Hochachtung Ihr
Arnold Schönberg
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an C. F. Peters, 20. März 1914, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit C. F. Peters. Hrsg. von Florian Giering. Version 1.0 vom 02.04.2025. URL: https://schoenberg-peters.at/cfp/letters/letter.7750.