18. Januar 1912
Sehr geehrter Herr, ich berufe mich auf Ihren
Brief vom 12. Oktober 1911, in welchem Sie mir
Ihre Geneigtheit, Werke von mir in der Edition
Peters
zu publicieren, mitteilten. Deshalb sende
ich Ihnen heute zwei Werke, u. zwar.
I. Kammersinfonie (für 15 Solo-Instrumente)
II. Fünf Orchesterstücke
beides in Partitur (Original Manuskript!!)

Ueber diese beiden Werke bin ich berechtigt
vollständig frei zu verfügen. Ueber dieses Recht,
das mir vertraglich zustand, habe ich mich zur Sicher-
heit auch freundschaftlich mit der U. E. in Verbin-
dung gesetzt. Da diese in der allernächsten Zeit
ein sehr umfangreiches Werk von mir heraus-
bringt und noch mit einigen andern Werken im
[R]ückstand ist, kann sie nicht in der geforderten
Frist auch diese Werke herausbringen und gab
mir auch ihre moralische Zustimmung, während
sie mich für einige andere Werke noch bat
zuzuwarten, weshalb ich Ihnen die nicht zur
Verfügung stellen kann (es sind Lieder und Balladen und
ein Chor).

Ich bitte Sie nun recht sehr, mir so rasch, wie


möglich mitteilen zu wollen, ob Sie auf diese
Werke reflektieren und mir am besten auch
gleich einen Antrag zu stellen. Ich hoffe, daß es
Ihnen möglich sein wird, mir innerhalb 8
Tagen Bescheid zu geben, da wir ja einig
darüber waren, daß eine Beurteilung meiner
Werke durch die gewissen fachmusikalischen Sach-
verständigen nur Zeit raubt, aber sonst zu
nichts führt.

Ihrer freundlichen Antwort entgegensehend
empfehle ich mich mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst
Arnold Schönberg
18. Januar 1912
Sehr geehrter Herr, ich berufe mich auf Ihren Brief vom 12. Oktober 1911, in welchem Sie mir Ihre Geneigtheit, Werke von mir in der Edition Peters zu publicieren, mitteilten. Deshalb sende ich Ihnen heute zwei Werke, u. zwar.
I. Kammersinfonie (für 15 Solo-Instrumente)
II. Fünf Orchesterstücke
beides in Partitur (Original Manuskript!!)
Ueber diese beiden Werke bin ich berechtigt vollständig frei zu verfügen. Ueber dieses Recht, das mir vertraglich zustand, habe ich mich zur Sicherheit auch freundschaftlich mit der U. E. in Verbindung gesetzt. Da diese in der allernächsten Zeit ein sehr umfangreiches Werk von mir herausbringt und noch mit einigen andern Werken im Rückstand ist, kann sie nicht in der geforderten Frist auch diese Werke herausbringen und gab mir auch ihre moralische Zustimmung, während sie mich für einige andere Werke noch bat zuzuwarten, weshalb ich Ihnen die nicht zur Verfügung stellen kann (es sind Lieder und Balladen und ein Chor).
Ich bitte Sie nun recht sehr, mir so rasch, wie möglich mitteilen zu wollen, ob Sie auf diese Werke reflektieren und mir am besten auch gleich einen Antrag zu stellen. Ich hoffe, daß es Ihnen möglich sein wird, mir innerhalb 8 Tagen Bescheid zu geben, da wir ja einig darüber waren, daß eine Beurteilung meiner Werke durch die gewissen fachmusikalischen Sachverständigen nur Zeit raubt, aber sonst zu nichts führt.

Ihrer freundlichen Antwort entgegensehend
empfehle ich mich mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst
Arnold Schönberg

18. Jänner 1912


Sächsisches Staatsarchiv (Leipzig)
Leipzig
21070 C. F. Peters
Nr. 2052


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an C. F. Peters, 18. Januar 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit C. F. Peters. Hrsg. von Florian Giering. Version 1.0 vom 02.04.2025. URL: https://schoenberg-peters.at/cfp/letters/letter.7726.