C. F. Peters an Arnold Schönberg
5. Februar 1927
Sehr geehrter Herr Schönberg!
Ueber Ihre freundlichen Zeilen vom
2. ds. habe ich mich natürlich sehr gefreut,
da es schon lange mein Wunsch war, mal wieder
eine Komposition von Ihnen, dem Vater der
Moderne zu veröffentlichen.
2. ds. habe ich mich natürlich sehr gefreut,
da es schon lange mein Wunsch war, mal wieder
eine Komposition von Ihnen, dem Vater der
Moderne zu veröffentlichen.
Sie werden aber gewiss begreifen,
dass ich, ehe ich ja sage, zunächst noch
einige Fragen an Sie stelle, umso mehr, als
Sie ja selbst noch nicht sicher sind, ob die
Universal-Edition Sie überhaupt für einige
Werke freigibt. – Es würde mich interessie-
ren, zu erfahren, ob das Streichquartett und
die Variationen jüngsten Datums sind oder
wann Sie dieselben komponiert haben und ob
diese Werke im Stile Ihrer „Verklärten Nacht“
oder mehr in der Art der 5 Orchesterstücke
oder ganz atonal sind.
dass ich, ehe ich ja sage, zunächst noch
einige Fragen an Sie stelle, umso mehr, als
Sie ja selbst noch nicht sicher sind, ob die
Universal-Edition Sie überhaupt für einige
Werke freigibt. – Es würde mich interessie-
ren, zu erfahren, ob das Streichquartett und
die Variationen jüngsten Datums sind oder
wann Sie dieselben komponiert haben und ob
diese Werke im Stile Ihrer „Verklärten Nacht“
oder mehr in der Art der 5 Orchesterstücke
oder ganz atonal sind.
Für das Streichquartett wäre ich
evtl. bereit, ein Honorar von 3000.– Mark
auszusetzen, während die Chance, mit einem
10 Minuten dauernden Variationenwerk für
Orchester überhaupt mal auf die Kosten zu
kommen, gering ist. Die Orchester bezahlen
seit einiger Zeit ganz miserabel; die Mit-
glieder der Kapellen, Solisten, Aufführungs-
gebühren und sonstigen Spesen verschlingen
so ausserordentlich viel, dass die Vereine
für Material so gut wie nichts anlegen wollen.
evtl. bereit, ein Honorar von 3000.– Mark
auszusetzen, während die Chance, mit einem
10 Minuten dauernden Variationenwerk für
Orchester überhaupt mal auf die Kosten zu
kommen, gering ist. Die Orchester bezahlen
seit einiger Zeit ganz miserabel; die Mit-
glieder der Kapellen, Solisten, Aufführungs-
gebühren und sonstigen Spesen verschlingen
so ausserordentlich viel, dass die Vereine
für Material so gut wie nichts anlegen wollen.
Immerhin wäre ich evtl. bereit, mich zu fol-
gendem Modus zu verstehen: bei Ablieferung
des Manuskriptes 2000.– Mark zu zahlen und
nach den ersten 25 Aufführungen nochmals
2000.– Mark. –
Auch mich würde es sehr freuen,
wenn diese pourparlers zu einem positiven
Resultat führen sollten und sehe ich jeden-
falls Ihrer baldigen Rückäusserung gern
entgegen.
wenn diese pourparlers zu einem positiven
Resultat führen sollten und sehe ich jeden-
falls Ihrer baldigen Rückäusserung gern
entgegen.
Mit vielen herzlichen Grüssen
Ihr ergebener
Ihr ergebener
Sehr geehrter Herr Schönberg!
Ueber Ihre freundlichen Zeilen vom
2. ds. habe ich mich natürlich sehr gefreut,
da es schon lange mein Wunsch war, mal wieder
eine Komposition von Ihnen, dem Vater der
Moderne zu veröffentlichen.
Sie werden aber gewiss begreifen,
dass ich, ehe ich ja sage, zunächst noch
einige Fragen an Sie stelle, umso mehr, als
Sie ja selbst noch nicht sicher sind, ob die
Universal-Edition Sie überhaupt für einige
Werke freigibt. – Es würde mich interessieren, zu erfahren, ob das Streichquartett und
die Variationen jüngsten Datums sind oder
wann Sie dieselben komponiert haben und ob
diese Werke im Stile Ihrer „Verklärten Nacht“oder mehr in der Art der 5 Orchesterstücke
oder ganz atonal sind.
Für das Streichquartett wäre ich
evtl. bereit, ein Honorar von 3000.– Mark
auszusetzen, während die Chance, mit einem
10 Minuten dauernden Variationenwerk für
Orchester überhaupt mal auf die Kosten zu
kommen, gering ist. Die Orchester bezahlen
seit einiger Zeit ganz miserabel; die Mitglieder der Kapellen, Solisten, Aufführungsgebühren und sonstigen Spesen verschlingen
so ausserordentlich viel, dass die Vereine
für Material so gut wie nichts anlegen wollen.
Immerhin wäre ich evtl. bereit, mich zu folgendem Modus zu verstehen: bei Ablieferung
des Manuskriptes 2000.– Mark zu zahlen und
nach den ersten 25 Aufführungen nochmals
2000.– Mark. –
Auch mich würde es sehr freuen,
wenn diese pourparlers zu einem positiven
Resultat führen sollten und sehe ich jeden
falls Ihrer baldigen Rückäusserung gern
entgegen.
wenn diese pourparlers zu einem positiven
Resultat führen sollten und sehe ich jeden
falls Ihrer baldigen Rückäusserung gern
entgegen.
Mit vielen herzlichen Grüssen
Ihr ergebener
Zitierhinweis:
C. F. Peters an Arnold Schönberg, 5. Februar 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit C. F. Peters. Hrsg. von Florian Giering. Version 1.0 vom 02.04.2025. URL: https://schoenberg-peters.at/cfp/letters/letter.20417.