Wien 1. März 1922
Sehr geehrter Herr Hinrichsen, durch Ihren
Brief und das gleichzeitig eingelangte
Ehrenhonorar haben Sie mir eine wahr-
haft große Freude gemacht. Nicht nur
ist es mir angenehm von meinen Orche-
sterstücken
günstiges und schmeichelhaftes
zu hören, sondern mehr als das freut mich der
Ton echter warmer Herzlichkeit, der aus Ihrem
Brief spricht. So warm wie Ihre Absicht
war, so ist auch Ihr Brief und das trifft sich
so bei allen schönen und guten Taten.
Ich danke Ihnen wirklich herzlich dafür!
Ich kann Ihnen heute auch eine Nach-
richt geben, die Sie freuen wird. Und,
merkwürdigerweise, gerade als Ihr Brief
kam
– ich war nicht zu Hause, ic sondern
hatte in Wien Probe – dachte ich an Sie.
Ich führe nämlich endlich einen seit langem
gefaßten Entschluß aus, indem ich mit
meinem Schüler Rudolf Kolisch


am 9. März das Violin-Konzert von
Reger in Kammerorchester-Bearbeitung
zur Aufführung bringe. Und davon wollte
ich Sie an eben jenem Vormittag (ehe ich
Ihren Brief in Händen hatte) verständigen.
Ich dachte, vielleicht haben Sie zufällig in
Wien zu tun oder können es sonst ein-
richten, diese Aufführung anzuhören.
Wenn sie mir so gelingt, wie ich es an-
strebe, wird sie wohl nicht ohne Bedeutung
für Regers Werk sein. Denn ich will es
so herausbringen, daß man die Geige
stets dominierend hört, so daß alle
wunderbaren Schönheiten dieser Musik
klar zutage liegen. Hoffentlich gelingt
es. Bis jetzt habe ich 9 (neun) Proben
gehalten und mache noch wenigstens
6–7. Es kann also gut werden.
Es wäre mir eine große Freude, Sie
hier zu sehen. Dann könnte ich Ihnen noch
persönlich danken. So tue ich es nun
nochmals aufs herzlichste hier.
Mit vielen besten Grüßen Ihr
Wien 1. März 1922
Sehr geehrter Herr Hinrichsen, durch Ihren Brief und das gleichzeitig eingelangte Ehrenhonorar haben Sie mir eine wahrhaft große Freude gemacht. Nicht nur ist es mir angenehm von meinen Orchesterstücken günstiges und schmeichelhaftes zu hören, sondern mehr als das freut mich der Ton echter warmer Herzlichkeit, der aus Ihrem Brief spricht. So warm wie Ihre Absicht war, so ist auch Ihr Brief und das trifft sich so bei allen schönen und guten Taten.
Ich danke Ihnen wirklich herzlich dafür!
Ich kann Ihnen heute auch eine Nachricht geben, die Sie freuen wird. Und, merkwürdigerweise, gerade als Ihr Brief kam – ich war nicht zu Hause, sondern hatte in Wien Probe – dachte ich an Sie. Ich führe nämlich endlich einen seit langem gefaßten Entschluß aus, indem ich mit meinem Schüler Rudolf Kolisch am 9. März das Violin-Konzert von Reger in Kammerorchester-Bearbeitung zur Aufführung bringe. Und davon wollte ich Sie an eben jenem Vormittag (ehe ich Ihren Brief in Händen hatte) verständigen. Ich dachte, vielleicht haben Sie zufällig in Wien zu tun oder können es sonst einrichten, diese Aufführung anzuhören. Wenn sie mir so gelingt, wie ich es anstrebe, wird sie wohl nicht ohne Bedeutung für Regers Werk sein. Denn ich will es so herausbringen, daß man die Geige stets dominierend hört, so daß alle wunderbaren Schönheiten dieser Musik klar zutage liegen. Hoffentlich gelingt es. Bis jetzt habe ich 9 (neun) Proben gehalten und mache noch wenigstens 6–7. Es kann also gut werden.
Es wäre mir eine große Freude, Sie hier zu sehen. Dann könnte ich Ihnen noch persönlich danken. So tue ich es nun nochmals aufs herzlichste hier.
Mit vielen besten Grüßen Ihr

1. März 1922


Sächsisches Staatsarchiv (Leipzig)
Leipzig
21070 C. F. Peters
Nr. 2052


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an C. F. Peters, 1. März 1922, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit C. F. Peters. Hrsg. von Florian Giering. Version 1.0 vom 02.04.2025. URL: https://schoenberg-peters.at/cfp/letters/letter.7756.