24./1.1912
Sehr geehrter Herr, ich bestätige Ihnen mit bestem
Dank den Empfang des Honorares von 600 Mark
und sende beiligend den Verlagsschein, unter-
schrieben mit beigefügter Opuszahl (16). Gleichzeitig
danke ich Ihnen sehr für das im Zusatz zugesagte
Nachhonorar. Hoffentlich kommt es schon wirklich
in 5 Jahren zu dem.

Was Ihren Rat, dem ganzen opus und den einzelnen
Stücken titel zu geben anbelangt, so kann ich
den zu meinem größten Bedauern nicht befolgen.
Ich hätte schon gelegentlich meiner Klavierstücke dem
Verleger zuliebe gerne solche Titel gegeben, fand
es aber für ganz unmöglich. Aber jedenfalls fällt
ja der Titel „5 Orch.St....“ schon ohne dies außer-
halb der gewöhnlichen Bezeichnungsart, die ja
sonst Symphonie, Suite oder drgl lautet. Und
wenn ich einmal ein ähnliches Werk schreiben sollte,
werde ich dieses vielleicht dann irgend wie
anders bezeichnen können.


Was das Arrangement für 2 Klaviere anbelangt,
so werde ich entweder versuchen, selbst eins zu machen,
oder einen noch näher zu bestimmenden Musiker
es unter meiner Anleitung machen lassen. Ehe
ich es Ihnen sende, werde ich es ausprobieren.
Jedenfalls werde ich trachten, es Ihnen bis Ende
Mai zu senden und für alle Fälle würde [...] ich
dann einen Korrektur Abzug der Partitur
dazu benötigen.

Was die Aufführungs-Möglichkeit an-
belangt, so möchte ich neben den 4 Dirigenten,
die ich schon nannte, noch folgende erwähnen:
Hofkapellmeister Bruno Walter (Wien, aber nur
wenn er nach München kommt, der mir gut
gesinnt ist) Dr. Georg Göhler (den kenne ich noch nicht,
hoffe aber daß er sich für mich interessieren wird)
und vielleicht Hofrath Schuch. Dann aber will
ich noch erwähnen, daß eine hervorragende Kon-
zertagentur die Absicht hat, mir fürs nächste
Jahr Engagements in verschiedenen Städten


zu verschaffen, in denen ich meine Werke selbst
dirigieren soll. Das scheint mir viel Aussicht auf
Verwirklichung zu haben.

Von den ersten vier Dirigenten, die ich Ihnen
das vorige Mal nannte ist von Zemlinszky (Prag) und
Kussewitzky (Petersburg) zu erwarten, daß Sie das
Material bezalen, dagegen dürfte Bodansky
(Mannheim) und jedenfalls Fried (der auch in
England dirigiert) für auf unentgeltliches
Material Gewicht legen. Fried wahrscheinlich
nur für Berlin. Walter würde wohl Material
erwerben; Göhler kaum. Schuch jedenfalls.
Ich weiß das übrigens nicht so genau, denn ich
kenne die betreffenden Verhältnisse zu wenig.

Ich empfehle mich mit vorzüglicher Hochachtung
ergebenst
Arnold Schönberg
NB Kann ich eine Kopie des Verlagsscheins bekommen?

24./1.1912
Sehr geehrter Herr, ich bestätige Ihnen mit bestem Dank den Empfang des Honorares von 600 Mark und sende beiligend den Verlagsschein, unterschrieben mit beigefügter Opuszahl (16). Gleichzeitig danke ich Ihnen sehr für das im Zusatz zugesagte Nachhonorar. Hoffentlich kommt es schon wirklich in 5 Jahren zu dem.
Was Ihren Rat, dem ganzen opus und den einzelnen Stücken titel zu geben anbelangt, so kann ich den zu meinem größten Bedauern nicht befolgen. Ich hätte schon gelegentlich meiner Klavierstücke dem Verleger zuliebe gerne solche Titel gegeben, fand es aber für ganz unmöglich. Aber jedenfalls fällt ja der Titel „5 Orch.St....“ schon ohne dies außerhalb der gewöhnlichen Bezeichnungsart, die ja sonst Symphonie, Suite oder drgl lautet. Und wenn ich einmal ein ähnliches Werk schreiben sollte, werde ich dieses vielleicht dann irgend wie anders bezeichnen können.
Was das Arrangement für 2 Klaviere anbelangt, so werde ich entweder versuchen, selbst eins zu machen, oder einen noch näher zu bestimmenden Musiker es unter meiner Anleitung machen lassen. Ehe ich es Ihnen sende, werde ich es ausprobieren. Jedenfalls werde ich trachten, es Ihnen bis Ende Mai zu senden und für alle Fälle würde ich dann einen Korrektur Abzug der Partitur dazu benötigen.
Was die Aufführungs-Möglichkeit anbelangt, so möchte ich neben den 4 Dirigenten, die ich schon nannte, noch folgende erwähnen: Hofkapellmeister Bruno Walter (Wien, aber nur wenn er nach München kommt, der mir gut gesinnt ist) Dr. Georg Göhler (den kenne ich noch nicht, hoffe aber daß er sich für mich interessieren wird) und vielleicht Hofrath Schuch. Dann aber will ich noch erwähnen, daß eine hervorragende Konzertagentur die Absicht hat, mir fürs nächste Jahr Engagements in verschiedenen Städten zu verschaffen, in denen ich meine Werke selbst dirigieren soll. Das scheint mir viel Aussicht auf Verwirklichung zu haben.
Von den ersten vier Dirigenten, die ich Ihnen das vorige Mal nannte ist von Zemlinszky (Prag) und Kussewitzky (Petersburg) zu erwarten, daß Sie das Material bezalen, dagegen dürfte Bodansky (Mannheim) und jedenfalls Fried (der auch in England dirigiert) auf unentgeltliches Material Gewicht legen. Fried wahrscheinlich nur für Berlin. Walter würde wohl Material erwerben; Göhler kaum. Schuch jedenfalls. Ich weiß das übrigens nicht so genau, denn ich kenne die betreffenden Verhältnisse zu wenig.

Ich empfehle mich mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst
NB Kann ich eine Kopie des Verlagsscheins bekommen?

24. Jänner 1912



Sächsisches Staatsarchiv (Leipzig)
Leipzig
21070 C. F. Peters
Nr. 2052


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an C. F. Peters, 24. Januar 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit C. F. Peters. Hrsg. von Florian Giering. Version 1.0 vom 02.04.2025. URL: https://schoenberg-peters.at/cfp/letters/letter.7727.