Sehr geehrter Herr Schönberg!
Wenn Herr v. Webern Ihr volles
Vertrauen besitzt und mit dem Honorar
einverstanden ist, so kann es mir gewiß
recht sein, wenn er die Bearbeitung Ihrer
5 Orchesterstücke macht & ist für mich nur
von Interesse, bis wann die Ablieferung
erfolgen kann.– Die Partitur lasse ich
Ihnen gleichzeitig zur Revision zugehen und
werde das Werk sofort drucken lassen,
nachdem mein Korrektor noch einen 2.
Abzug gelesen hat, sodaß Sie 14 Tage
nach Rücksendung der Revision 3 ge-
druckte Ex. erhalten können; den letzten
Korrekturabzug sogar noch früher. Zu
einem Abzug von 4 Exemplaren von den
Platten vor dem Druck kann ich mich
zu meinem Bedauern nicht verstehen,
da die Platten zu sehr angegriffen
werden. Dagegen bin ich gern bereit,


Ihren Vorschlag bezüglich der aus-
geführführlichen Stichnoten zu akzeptieren.
Die Stimmen müßten nach Druck der
Partitur ausgeschrieben werden & zwar
unter Freilassung jeweilig einer Zeile nach
jeder Linie. Wo es Ihnen nachher überflüssig
erscheint, lassen Sie den Raum dann
frei. Den Stich würde es ja enorm
verteuern; da ich die Stimmen aber
in Autographie herstellen lasse, kommt
der Kostenpunkt nicht in Frage.– Bezüglich
der Titelfrage wäre es natürlich mein
Wunsch, daß die Stücke „landesübliche“
Titel erhielten. Die von Ihnen vorge-
schlagenen kann ich leider hierzu nicht
zählen & deshalb bleiben sie besser
fort, solange Sie keine anderen zu
wählen in der Lage sind.
Ich hoffe, daß Sie mit dem Stich
der Partitur zufrieden sind & verbleibe
Ihr hochachtungsvoll ergebener C. F. Peters
Sehr geehrter Herr Schönberg!
Wenn Herr v. Webern Ihr volles Vertrauen besitzt und mit dem Honorar einverstanden ist, so kann es mir gewiß recht sein, wenn er die Bearbeitung Ihrer 5 Orchesterstücke macht & ist für mich nur von Interesse, bis wann die Ablieferung erfolgen kann.– Die Partitur lasse ich Ihnen gleichzeitig zur Revision zugehen und werde das Werk sofort drucken lassen, nachdem mein Korrektor noch einen 2. Abzug gelesen hat, sodaß Sie 14 Tage nach Rücksendung der Revision 3 gedruckte Ex. erhalten können; den letzten Korrekturabzug sogar noch früher. Zu einem Abzug von 4 Exemplaren von den Platten vor dem Druck kann ich mich zu meinem Bedauern nicht verstehen, da die Platten zu sehr angegriffen werden. Dagegen bin ich gern bereit, Ihren Vorschlag bezüglich der aus führlichen Stichnoten zu akzeptieren. Die Stimmen müßten nach Druck der Partitur ausgeschrieben werden & zwar unter Freilassung jeweilig einer Zeile nach jeder Linie. Wo es Ihnen nachher überflüssig erscheint, lassen Sie den Raum dann frei. Den Stich würde es ja enorm verteuern; da ich die Stimmen aber in Autographie herstellen lasse, kommt der Kostenpunkt nicht in Frage.– Bezüglich der Titelfrage wäre es natürlich mein Wunsch, daß die Stücke „landesübliche“ Titel erhielten. Die von Ihnen vorgeschlagenen kann ich leider hierzu nicht zählen & deshalb bleiben sie besser fort, solange Sie keine anderen zu wählen in der Lage sind.
Ich hoffe, daß Sie mit dem Stich
der Partitur zufrieden sind & verbleibe
Ihr hochachtungsvoll ergebener C. F. Peters

12. März 1912


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

C. F. Peters an Arnold Schönberg, 12. März 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit C. F. Peters. Hrsg. von Florian Giering. Version 1.0 vom 02.04.2025. URL: https://schoenberg-peters.at/cfp/letters/letter.14932.